Reichstag in Beilunk – Garetia Superior

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Wappen Garetia.svg

Hochnjerburg, Königlich Neerbusch, Efferd 1040 BF:

Fackeln tauchten den Thronsaal in ein mattes Licht. Einzige Person in dem großen Saal war Kronvogt Leomar. Ausgezehrt und mit weit aufgeknöpften Hemd saß er auf dem schwarzen Thron. Das dumpfe Licht zauberte dunkle Schatten auf das Gesicht des Kornvogts. An seiner Seite zwei Höllenwaller Bluthunde. Ein Geschenk seines Freundes Malepartus von Helburg.

Die letzten Monde hatten Leomar zugesetzt. Seit dem Tod seines Vetters in Tobrien tobte ein erbitterter Machtkampf innerhalb der Familie und er natürlich mitten drin. Dann Seelensäufer, das Schwert raubte ihm fast den Verstand. Die Visionen, die vielen Stimmen, fast wäre er daran zerbrochen. Aber er war Leomar von Zweifelfels, er würde alles durchstehen. Und er tat es, auch wenn das Schwert ihm noch mehr Rätsel aufgab als Erkenntnis, so versuchte er den Willen des Schwertes zu ergründen. Macht und Herrschaft waren alles für ihn.

So war es für ihn auch eine Selbstverständlichkeit, gar ein innerer Drang, den Ruf seiner Königin und Kaiserin nach Beilunk zu folgen. Garetien hatte in den letzten Götterläufen viel geleistet und war seiner Königin treu gefolgt. Das Herz des Reiches trug die Hauptlast des Mendena-Feldzugs – personell wie auch finanziell. Und schließlich waren es die Garetier, die sich heldenhaft in der Schlacht bei Zwingstein den Chrimärenhorden Haffax entgegen stellten. Doch hatte Garetien in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer wieder zurückstecken müssen. Vor allem territorial. Garetien hatte erheblich an Größe verloren. Dies galt es nun zu ändern. Bodars Banner, das Kabinett von Auenwacht – Leomar hatte die Vision von einen Großgaretien und als erster Schritt sollte auf dem Reichstag von Beilunk die Mark Greifenfurt heim ins Königreich geführt werden.

Es war nur logischer Schritt, schließlich war es ein Greifenfurter, der die großgaretischen Truppen unter Bodars Banner angeführt hatte. Und Strebten die Greifenfurter nicht nach einer erblichen Herrscherlinie? Wie jeder weiß der etwas von Politik verstand, war die Markgrafenwürde nicht erblich, sondern wird jedes Mal neu von der Kaiserin vergeben. Als Landgrafschaft Greifenfurt Teil eines starken Königreichs Garetien, wäre die Landgrafenwürde für das Haus Wertlingen erblich, was Stabilität bedeuten würde. Denn was würde passieren, wenn die Markgräfin – Boron behüte – in den nächsten Götterläufen aus dem Leben scheiden würde? Wer würde dann Markgraf werden? Eine Hofschranze vom Kaiserhof?

Außerdem war da noch die Gefahr aus dem Norden. Seelensäufer hatte Leomar tief in den Finsterkamm geführt. Es kam einer Offenbarung gleich. Er spürte, die Orken würden wieder kommen. Nur gemeinsam in einem starken Königreich würde man sich der Gefahr sicher erwehren können. Die acht Schwerter der Goldenen Au hatten eine Verbindung zu dem mystischen Korgond, da war sich Leomar sicher. Sollten nicht die Lande der Schwertträger unter einer Herrschaft vereint sein? Unter der Herrschaft von Königin Rohaja?

Sicher, Leomars Perricumer Freunde würden bei solchen Forderungen aufhorchen, denn auch die Mark Perricum war einst Teil des Königreichs Garetien. Doch der Fall Perricum war anders. Die Markgrafschaft wurde von dem Kaisergemahl regiert. Eine vorherrschende Familie, die eine erbliche Grafenlinie stellen könnte, gab es nicht. Zumindest nicht in Leomars Augen. Auch hatte Perricum in den letzten Götterläufen viel an Veränderungen durchmachen müssen. Der Status quo musste gewahrt bleiben. So war das Ziel als Greifenfurt! Die unzähligen Stimmen befahlen es! Garetia superior in perpetuum!